Sonntag, 17. Juni 2012

Schnelles Internet von Kabel Deutschland

Seit Jahren vertröstet mich mein Internet-Provider bei der Frage nach einem schnelleren Zugang. Nun kommt die Zeit der Trennung und der Weg zum Versprechen unglaublicher Geschwindigkeiten. Schnell sind sie, die Jungs von Kabel Deutschland, das muss man ihnen lassen. Donnerstag bestellt, am Dienstag kommt der Mann mit dem Kabelmodem unterm Arm, misst kurz durch, konfiguriert und schon ist er da, der Internet-Kabelanschluss. Der passende Brief mit den Daten für das Kundenportal landet erst Freitag im Kasten, aber wen störts.

Bis dahin gibt es von mir nur Punkteabzug bei der Bestellperformance. Die kann man nämlich nur mit dem Internet Explorer durchklicken. Mein Firefox, wie auch Chromium verweigern einen "Weiter"-Button im Bestellprozess. Das habe ich auch Wochen vorher schon mal gemeldet, geändert hat sich aber nix. Das nicht jeder Windows benutzt, auf die Idee ist dort scheinbar noch keine gekommen. Überhaupt wirkt die Technik an einigen Stellen nicht besonders gekonnt. So merkt sich die Maske für die Telefoneinstellungen die Einstellungen nicht und eine Rufnummern-Änderung des Telefonports wird mit einem Modem-Neustart quittiert.

Ärgerlich ist auch das Sicherheitspaket, dass man gemeinsam mit dem Vertrag, zunächst kostenlos, an die Backe genagelt bekommt. Kündigt man es nicht, hat man dann 3,98 Euro pro Monat am Hals. Eine anderes Zeichen merkwürdigen Geschäftsgebahrens sind die zwei Euro, die man monatlich für das Freischalten des ohnehin vorhandenen WiFi-Ports im Kabelrouter zahlen soll. Das wird zwar vor Vertragsabschluss klargestellt, fühlt sich jedoch merkwürdig an, wenn die Option dann nach einiger Zeit remote Abgeschaltet wird. Mann soll also für etwas bezahlen, was ohnehin vorhanden ist, andernfalls wird es einem eben weggenommen.

Nach dem sich der erste Download schon richtig schnell angefühlt hat, sind die Messergebnisse eher ernüchternd. Kabel Deutschland stellt hierfür ein eigenes Flash-Tool zur Verfügung, mit dem sich die aktuelle Leitungsgeschwindigkeit messen lässt. Die Ergebnisse schwanken stark, sollten aber laut Versprechen des Technikers deutlich höher liegen.

Im Kabelrouter lässt sich jedenfalls nicht viel konfigurieren. Überhaupt ist diese große schwarze Kiste eher karg ausgestattet. Wer, wie ich, eine Fritzbox gewöhnt war, guckt ziemlich enttäuscht auf das Webinterface. Viele Features gibt es jedenfalls nicht, das notwendigste ist vorhanden. Besser bedient ist man da sicher mit einer Cable-Fritzbox, die aber ebenfalls wieder mit 5 Euro/mtl. zu Buche schlägt. Diese Monatszuschläge verursachen mir immer ein ungutes Gefühl. Ich mag sie schlicht nicht. Zumal sich etliche DSL-Anbieter seit jeher nicht lumpen lassen und eine Fritzbox mal eben kostenlos dazugeben.

Kurzum, eine Beeindruckende Lieferzeit mit einem merkwürdigen Geschäftsgebaren und mäßiger Hardware. Ich bin neugierig, was da noch folgt und wie der Support so drauf ist, wenn es um die schlechte Leitungs-Performance geht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen