Samstag, 5. Januar 2013

Die GEZ und das liebe Geld

Mein Kontoauszug zeigt es deutlich. Die GEZ (Neudeutsch auch Beitragsservice) bucht jetzt nicht mehr nur den kostengünstigen Satz ab, den man als Fernsehfreier Haushalt zu zahlen hat, sondern schlägt jetzt richtig zu. Jedenfalls, wenn man bisher quartalsmäßig hat abbuchen lassen. Anstelle der 17,28 Euro jetzt satte 53,94 Euro. Weil ich das, was ich dafür bekomme aber wenig nutzbringend finde und ich ja außerdem weiß, dass die GEZ, was die Höhe ihre Beiträge angeht, etwas stur ist, habe ich mir mal einen Vorschlag ausgedacht, der ja für alle eigentlich in Ordnung wäre.


Gebühreneinzugszentrale (GEZ)
50656 Köln


Liebe GEZ,

wie Sie an meiner Kundenhistorie sicher erkennen können, schaue ich bereits seit
vielen Jahren kein Fernsehen. Von den teuren Sport-Übertragungsrechte und Fernseh-Produktionen der öffentlich rechtlichen Fernsehsender habe ich also gar nichts. Seit Anfang diesen Jahres helfe ich, dank der neuen Gebührenverordnung, finanziell dabei mit, meinen Mitmenschen das Fernsehprogramm zu verschönern.

Das finde ich prinzipiell auch eine gute Sache, meine jedoch, dass dadurch eine gewisse Ungleichgewichtung entsteht, weil ich ja wirklich nichts für mein Geld bekomme. Für die Rente bezahle ich heute und bekomme morgen bestimmt auch etwas, von meinen Steuern werden Straßen in Ordnung gehalten und Kinder in Schulen geschickt, damit die mal schlau werden. Von allem habe ich auch etwas. Sie verstehen, worauf ich hinaus möchte?

Weil ich aber nicht immer an allem rummäkeln möchte, würde ich Ihnen gerne einen Vorschlag machen. Weil unterm Weihnachtsbaum eines dieser modernen Empfangsgeräte lag, könnten Sie mir doch einfach einen Verrechnungsgutschein für den Google-Play-Store oder für den Amazon-Store zuschicken. Dann kann ich die Medien konsumieren, die mir gefallen und für die ich ja dann auch schon bezahlt hätte. Damit wäre dann allen geholfen. Dann muss das Fernsehen keine Sendungen mehr für mich mitproduzieren, wo ich die doch gar nicht sehe, Arbeitsplätze in der Medienindustrie gehen auch nicht verloren, weil ich das Geld ja weiter zweckgebunden abgebe und ich kann mich informieren und unterhalten lassen wo und wie ich gerne möchte.

Wegen mir könnte man das auch direkt machen. Also die Fernsehsender würden ihre Sendungen bei Google einstellen und ich kaufe dort jeden Monat einen Gutschein für 17,98 Euro. Dann hätten Sie auch nicht mehr so viel zu tun und müssten wegen der ganzen Umstellung nicht so viele neue Leute einstellen und anlernen.

Aber zurück zu meinem Anliegen. Ich fände einen Gutschein über 10,00 Euro angemessen, den Sie mir jeden Monat zusenden könnten, weil ich ja auch weiter ein Radio habe, das ich zwar auch schon eine Weile nicht mehr benutze, aber der Besitz reicht ja aus, wie mir mal erklärt wurde. Schließlich will so ein Radiomoderator und die ganze Musik die da läuft auch bezahlt sein. Ich würde mir zwar die Musik, so wie bei Google, auch gern selbst aussuchen können, ich will da aber jetzt nicht kleinlich sein.

Über Ihre Antwort, am besten mit beiliegendem Gutschein, würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen



Ich hoffe nur, dass die das richtig verstehen und mir am Ende nicht Gutscheine für den ZDF-Fernsehgarten oder das Musikantenstadl zuschicken.

1 Kommentar:

  1. Die glänzenden Erfolge der staatlichen Erziehung des deutschen Volkes

    "Das deutsche Volk, so wie es heute dasteht, ist in der Staatskirche, Staatsschule, Staatsuniversität – lauter Vorschulen der Kaserne – dressiert worden. Alles, was wir heute an diesem deutschen Volk bewundern können, muss als ein Erzeugnis der staatlichen Erziehungskunst angesehen werden. Und zu bewundern finden wir gar Vieles. Die Unterwürfigkeit gegenüber den Vorgesetzten, das entsprechend barsche Benehmen gegenüber den Untergebenen, der Kadavergehorsam, die Disziplin, der Korpsgeist, der Parteigeist, die Standesehe, die erstaunliche Einseitigkeit und Phantasielosigkeit (Produkt der einheitlichen Schule), die Lasterhaftigkeit, die aus der Phantasielosigkeit erwächst, die erschreckende Bedürfnislosigkeit in wissenschaftlicher Beziehung, der hierzu gehörende Autoritätsglaube, der Mangel an Individualität, die Heuchelei, die ungeheure Feigheit des Individuums, über die schon Bismarck klagte…
    Unausrottbarer Autoritätsglaube. Noch heute erwartet das Volk alles Heil von der "Regierung". Es lehnt es glatt ab, durch Studium der öffentlichen Angelegenheiten eine Kontrolle über die öffentlichen Angelegenheiten auszuüben."

    Silvio Gesell, 1926

    Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Dummheit des deutschen Volkes noch einmal auf ein bis dahin unvorstellbares Maß gesteigert. Und heute? Es hat sich nichts geändert!

    Staatliche Erziehung

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