Sonntag, 17. Oktober 2010

Auftraggeber und "Etwas ganz einfaches"

Wenn Auftraggeber bei der Anforderung einer Funktionalität mit Sätzen wie "Muss auch gar nicht kompliziert sein" oder "Da reicht etwas ganz einfaches" kommen, schrillen bei mir immer die Alarmglocken. In den allermeisten Fällen reicht die einfache Lösung nämlich nicht und ein Rattenschwanz an Forderungen wird nachgereicht. Folgendes Verhalten stellt sich im weiteren Verlauf häufig ein:

1. Es soll nach Möglichkeit nichts kosten, was aber nicht heißt, dass die ausgelieferte Lösung den Ansprüchen genügt. Dies ist oft der Auftakt um das Gefeilsche einer jeden weiteren kleinen Funktion.
2. Der Auftraggeber meint eine Funktion, die er von woanders kennt, ist sich aber nicht im klaren, was da in Wirklichkeit alles hinter steckt. Wenn die Ideenquelle benannt wird, lässt sich der Aufwand im Vorfeld evaluieren und der Schaden in Grenzen halten. Leider kommt es meist anders und man kann im Nachhinein jede einzelne Funktion auf Zuruf nachpflegen.
3. Eigentlich hat sich der Auftraggeber gar keine Gedanken gemacht, was er eigentlich will. Entsprechend diffus ist die Beschreibung. Insich widersprechende Funktionalitäten sind da keine Seltenheit.

In vielen solcher Fälle meint der Auftraggeber, außerdem auf so etwas wie ein Pflichtenheft verzichten zu können, was in der Praxis heißt, dass ein solches gemäß dem Gesprächsverlauf erstellt werden muss. Die Überraschung ist oft groß, welchen Umfang dieses dann trotz der geringen Funktionalität doch annimmt.

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